Das situative Führungsmodell

Beschreibung

Das Reifegradmodell oder auch situatives Führungsmodell beschreibt die verschiedenen Führungstechniken je nach Reifegrad des Mitarbeiters. Es wurde maßgeblich von Hersey und Blanchard entwickelt.

Ziel des Reifegradmodells ist es, Mitarbeiter je nach Entwicklungsstufe unterschiedlich zu führen, um somit einen möglichst effizienten Einsatz des Mitarbeiters zu gewähren und gemäß dem Entwicklungsgrad Aufgaben übertragen bzw. durch den Mitarbeiter erledigen zu können.

Das folgende Schaubild verdeutlicht die verschiedenen Reifegrade des Mitarbeiters.

Reifegrad, situatives Führungsmodell

Aufgabenbezogen bedeutet, dass der Mitarbeiter detaillierte Beschreibung und Vorgehensweisen zur Erledigung der Aufgaben benötigt. Bei einer hohen Beziehungsorientierung rückt die Führungskraft nah an den Mitarbeiter ran. Es wird ein besonderes Augenmerk auf den persönlichen Kontakt und Eigenschaften wie Unterstützung und Lob wert gelegt.

Beginnen wir in dem rechten unteren Quadranten (R1):

 R1: Dirigieren

Diese Reifegradphase des Mitarbeiters ist durch ein hohes Engagement geprägt aber eine einfache Übertragung der Aufgabe könnte aufgrund der Kompetenz scheitern. Der Mitarbeiter muss hier stark angeleitet werden und die Aufgabe ganz klar und mit klarer Anweisung dirigiert werden. Es ist ein enges Tracking erforderlich, um den Erfolg der Arbeiten zu gewährleisten. Möglich ist neben der Kompetenz des Mitarbeiters auch eine fehlende Motivation oder der fehlende Wille die Aufgabe zu erledigen.

R2: Anleiten

Der Mitarbeiter ist in dieser Phase gewillt die Aufgaben erfolgreich durchzuführen. Die Motivation ist vorhanden. Jedoch ist die Kompetenz des Mitarbeiters wohlmöglich noch nicht ausreichend. Die Führungskraft sollte in diesem Stadium versuchen die Aufgabe an den Mitarbeiter schmackhaft zu machen bzw. ihn zu trainieren, die Aufgabe durchführen zu können.

R3: Partizipieren

Die Führungskraft sollte den Mitarbeiter an der Umsetzung bzw. der Zielsetzung beteiligen. Der Mitarbeiter ist nun in der Lage die Umsetzung der Aufgabe mitzugestalten und somit eine effiziente Umsetzung zu gewähren. Um die Motivation hochzuhalten sollte die Führungskraft sich stark menschlich dem Mitarbeiter mit Lob und Unterstützung widmen.

R4: Delegieren

Dies ist vom Reifegradmodell die höchste Stufe. Dem Mitarbeiter können Aufgaben delegiert werden. Zudem hat der Mitarbeiter eine entsprechende Motivation die Arbeit erfolgreich umzusetzen. Die Führungskraft kann sich in diesem Stadium am weitesten, sowohl Aufgaben- als auch Menschbezogen zurückziehen.

Die Mitarbeiter können nicht strikt einem Quadranten zugeordnet werden. Die Zuordnung ändert sich je nach Aufgabe. Bspw. kann ein Mitarbeiter völlig autark und selbständig eine Aufgabe übernehmen (R4). Jedoch kann eine neue, zu komplexe Aufgabe zu einer Überforderung und Demotivation desselben Mitarbeiters führen (R1). Der Erfolg des Mitarbeiters bei der zu erledigenden Aufgabe hängt somit unmittelbar mit dem Führungsstil der Führungskraft zusammen, die sich wiederum aus dem Reifegrad des Mitarbeiters ergibt.