Erwartungen – Die hidden agenda

Erwartungen an das Team können auch als Einsatzregeln verstanden werden. Was sind die Regeln der Zusammenarbeit untereinander? Innerhalb des Teams? Aber auch zwischen den Teams, den Kunden und anderen Fachbereichen?

Erwartungen sind nicht verhandelbar

Dieser Satz mag zunächst irritierend klingen. Dennoch gibt es Regeln an die sich jeder zu halten hat. Beispiele sind Pünktlichkeit, Verhalten in Meetings, Ausreden lassen und Zuhören. Jeder kennt sie und hierüber bedarf es auch keiner „Verhandlung“ innerhalb des Teams sondern diese werden als gesetzt angesehen.

Wesentlich zu unterscheiden sind Erwartungen von persönlichen Zielen der Mitarbeiter. Persönliche Ziele können Leistungsziele sein, die auf Personen- oder Rollenebene definiert werden. Erwartungen hingegen gelten für jedermann gleichermaßen. Darüberhinaus nicht nur innerhalb des Teams. Denn die Erwartungen werden auch an jeden gestellt, der mit dem Team zusammenarbeitet. Eine Art Knigge für die Zusammenarbeit zwischen Menschen.

Die Erwartungen sind Wert basierend

Stellen Sie sich vor, sie wechseln morgen den Arbeitgeber und haben ein neues Team vor sich. Auch hier werden die Erwartungen die gleichen sein, die sie stellen werden. Erwartungen beruhen auf gesetzten Werten und bleiben in der Tendenz gleich. Natürlich müssen Ihre Erwartungen auch immer mit den Erwartungen des Unternehmens angeglichen werden. Nur weil Sie gerne in Flips-Flops arbeiten gehen, kann das stark gegen die Kleiderordnung des Unternehmens verstoßen – und die Erwartung, dass alle in Flip-Flops arbeiten können, werden Sie dann nicht mehr stellen können.

Abkommen ist der Schlüssel

Auch wenn Erwartungen nicht verhandelbar sind ist es dennoch wichtig, diese offen zu kommunizieren. Stellen Sie Ihre Erwartungen dem Team vor und versuchen Sie einen einheitlichen Teamgedanken hierzu herbeizuführen. Das Team muss Verständnis für die gesetzten Erwartungen haben, so werden Verstöße dagegen stark gemindert. Sie werden bemerken, dass Teammitglieder mit der Zeit gegenseitig reagieren, wenn Unpünktlichkeit auftritt, obwohl dies eine gesetzte Erwartung ist. Ihr Ziel muss es sein, Ihre Erwartungen zu den Erwartungen des Teams zu machen.

Das persönliche Handbuch – Ihre Vorlieben

Es gibt Regeln, die wir persönlich im Laufe des Lebens, unserer Erziehung für uns selbst gesetzt haben. Diese mögen variieren. Nur weil jemand den Blickkontakt aus Unsicherheit meidet, heißt es noch lange nicht, dass Sie ihn hierfür verurteilen dürfen noch dass er ein schlechterer Mitarbeiter ist. Sie können die Person darauf hinweisen, dass Sie es sich wünschen und dass es Ihre Erwartung ist, bei einem Gespräch Blickkontakt zu halten. Aber kommunizieren Sie dies nicht, ist es Ihre Schuld.

Verwechseln Sie dabei nicht persönliche Vorlieben mit Erwartungen, denn diese sind grundverschieden. Es kann Ihre Vorliebe sein, einen festen Händedruck zu erhalten bei einer Begrüßung, eine Erwartung kann hingegen sein, überhaupt die Hand gereicht zu bekommen.

Zusammenfassung

  • Erwartungen sind
    • Regeln für das gesamte Team
    • Vereinbart
    • Nicht verhandelbar
    • Wertorientiert
  • Vorlieben sind
    • Persönliche Attitüden
    • Nicht erwartbar
  • Das persönliche Handbuch – die Liste der Regeln, die wir für andere haben aber nicht kommunizieren
  • Führungskräfte müssen persönliche Vorlieben hinten anstellen und Erwartungen an die Organisation ausrichten