SCRUM versus Wasserfallmodell

SCRUM versus Wasserfall – Ein Vergleich

  • Individuen und Interaktionen haben Vorrang vor Prozessen und Werkzeugen.
  • Funktionsfähige Produkte haben Vorrang vor ausgedehnter Dokumentation.
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden hat Vorrang vor Vertragsverhandlungen.
  • Das Eingehen auf Änderungen hat Vorrang vor strikter Planverfolgung.
  • Anpassungsfähigkeit gegenüber langfristiger Planbarkeit
  • „Experten“ statt „Entwicklungsressourcen“
  • Iterationen statt lange Phasen
  • Managen: „Raum schaffen“ statt Vorgaben
  • „levelout workload“ gegen „Kapazitätsplanung“
Wasserfall versus SCRUM

Wasserfall versus SCRUM

Klassisches Projektmanagement oder SCRUM? – Die Qual der Wahl

Gerade zu Projektbeginn stellt sich oftmals die Frage ob ein Projekt agil oder nach dem klassischen Wasserfallmodell durchgeführt werden soll. Diese Frage lässt sich per se nicht eindeutig beantworten. Denn die Entscheidung welche Methode die „richtige“ ist hängt sehr stark von verschiedenen Faktoren ab.

Eine Gegenüberstellung der Charakteristika beider Modelle soll dies verdeutlichen:

Klassisches ProjektmanagementSCRUM – Agiles Projektmanagement
ZielerreichungDer Weg ist im Vorfelde fest definiertDer Weg wird Schritt für Schritt definiert
Vorgehen1. Analyse der Ausgangssituation
2. Zieldefinition
3. Wegdefinition (Meilensteine und Phasenfestlegung)
–> Kontinuierliche Überprüfung der Abweichungen vom festgelegten Pfad
1. Ziel-„bereichs“-definition
2. Sprintzyklen (Phase für Phase)
–> Kontinuierlicher Abgleich der Erwartungen vom IST-Zustand
Rahmenwerk– Zahlreiche Methoden und Prozesse
– Projektmanager entscheidet welche Methoden und Prozesse verwendet werden sollen
– Geringere Vorgaben
– Definiertes Rahmenwerk welches fest genutzt werden muss (kein Rosinenpicken)
Aufgaben– Projektmanager verantwortet magisches Dreieck (Zeit, Qualität, Kosten)
– Product Owner inhaltliche Verantwortung
– SCRUM Master organisatorische Verantwortung
Teamorganisation– Projektmanager übernimmt fachliche Leitung des Teams
– Team kann muss aber nicht selbstorganisierend sein (Dies ist u.a. vom Reifegrad des Teams abhängig)
– Team organisiert sich selbst
– Führungskraft nicht erforderlich
Vorteile– Umfang, Zeit und Kosten im Vorfelde definiert
– Vertragssicherheit für Auftragnehmer und Auftraggeber gegeben
– Produkt stärker an den Bedürfnissen des Kunden ausgerichtet
– Höhere Flexibilität bei den Ergebnissen

Folgende Fragestellungen helfen zu entscheiden ob der agile oder klassische Projektmanagementansatz der richtige sein könnte:

  • Sind die Ziele bereits eindeutig im Vorfeld definierbar?
  • Hat der Auftraggeber genaue Vorstellungen von dem Endprodukt? Existiert eine genaue Konzeption/ Feinkonzeption mit End-User-Tests?
  • Benötigt das Projektteam eine klare Führungsstruktur?
  • Gibt es eine Deadline oder klar definierte Meilensteine die der Markt erfordert?
  • Ist der Projektbudgetrahmen fest definiert und ermöglicht keine Abweichungen?
  • Die Entwickler wissen bereits genau wie sie das Projekt zu bauen haben?
  • Ist von keinen größeren Änderungen im Projektverlauf auszugehen?

Sollte die Mehrheit dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet sein, so kann der klassische Projektmanagementansatz von Vorteil gegenüber der agilen Methode sein. Dennoch gibt es auch hier keine klare Antworten. Es gibt kaum Projekte, die sich nur in dem einen nicht aber in dem anderen Ansatz realisieren lassen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass insbesondere bei internen Entwicklungen der agile Ansatz von Vorteil ist. Bei Dienstleister Kundenbeziehungen wird Agilität oftmals gewünscht aber nicht konsequent durchgeführt, was häufig zu Unstimmigkeiten oder gar zum Abbruch des Projektes führt.

Eine der größten Fehler ist „Waterscrum“. Dies sollte tunlichst vermieden werden. Die Vermengung beider Ansätze ist nicht ratsam auch wenn diese oft gewünscht ist. Ein fest definiertes Gewerk zu verkaufen und es agil umzusetzen ist schon im Vorhinein zum Scheitern verurteilt – eine der beiden Parteien wird schlechter gestellt.