GROW-Model – Die vier Phasen einer Coaching Session

Eine Coaching Session lässt sich in vier Phasen aufteilen. Die Aufteilung der Session in diese Phasen hilft es, dass Gespräch in die gewünschte Richtung zu lenken und das Vertrauen des Gegenübers zu gewinnen.

Die vier Phasen lauten:

G oal – Orientierungsphase

R eality – Klärungsphase

O ptions – Lösungsphase

W ill – Abschlussphase

Goal (Orientierungsphase)

In der ersten Phase, der Goal Phase wird das Ziel der Coaching Session definiert. Dies verhindert im Vorhinein, dass die beiden Teilnehmer mit unterschiedlichen Erwartungen an die Session herangehen. Eine passende Eingangsfrage hierzu wäre: Was müsste in dieser Session passieren, damit Sie nachher die Coaching Session mit einem positiven Gefühl verlassen? Diese Frage beschäftigt sich also mit dem Gesprächsverlauf an sich. Die Erwartungshaltungen werden somit aufeinander abgestimmt. Darüberhinaus ist es elementar auch zu klären, mit welchen Zielen man aus der Session später hinausgehen möchte. Diese sollten möglichst konkret und durch den gecoachten Mitarbeiter beeinflussbar sein. Beispielsweise: Festlegung eines konkreten Maßnahmenplans, ein messbares Leistungsziel bis zur nächsten Coachingsession. 

Reality (Klärungsphase)

Diese Phase dient  dazu die IST-Situation zu ergründen. Der Coach muss in dieser Phase objektiv und nicht wertend vorgehen. Die Ursache und nicht das Symptom gilt es herauszufinden.  Dies ist auch für mich die wichtigste Phase in dem GROW-Modell. Es gibt verschiedene Methoden hier auf den Grund der IST-Situation zu kommen. Beispielsweise das beschriebene Thought-Modell, die 5W-Fragen. Unabhängig der Methode liegt der Hauptredeanteil hier beim Gecoachten. Er muss erzählen und durch gezielte Fragetechniken (offene W-Fragen) die IST-Situation möglichst von allen Facetten beleuchten. Der Gecoachte wird viel berichten, was er bereits interpretiert und mit seinen Gefühlen belegt sind. Die Aufgabe des Coachs ist Interpretationen und Gefühle herauszufiltern-

Options (Lösungsphase)

Nun ist es meist so, dass wir in solchen Gesprächen als Coach schon eine konkrete Lösung im Sinn haben. Am liebsten würden wir damit rausplatzen und diese unserem Gegenüber aufbinden. Aber genau das darf nicht passieren. Vielmehr geht es darum, dass der Gecoachte selbst Optionen  im Gespräch entwickelt, die die Ursache seines Problems vermutlich lösen werden. Natürlich kann der Coach lenkend einwirken, insofern die Vermutung naheliegt, dass der Lösungsansatz nicht zielführend ist. Der Gecoachte wird meist nur dann von einer Lösung überzeugt sein und sich dafür unabdingbar einsetzen, wenn er diese selbst entwickelt hat und Voll und Ganz dahinterstehen.  „Wie wäre es mit…“ „Was wäre wenn…“ – sind die Fragen, die den Gecoachten unterstützen Lösungen zu entwickeln. Halten Sie während des Gesprächsverlaufs alle Optionen schriftlich fest. 

Nach dem man die Optionen aufgenommen hat, bietet es sich auch nochmal an, diese mit den definierten Zielen bzw. der IST-Situation kurz abzugleichen. Aber wenn die beiden vorherigen Phasen mit entsprechender Ruhe und Tiefgang durchgeführt wurden, ist dies eigentlich meist der Fall.

Will (Abschlussphase)

Nun geht es darum, dass in den drei zuvor Besprochene und Festgelegte in einen konkreten Maßnahmenplan festzulegen: Wer? Was? Bis wann? Bieten Sie dem Gecoachten weitere Unterstützung an beispielsweise in Form eines Follow-Ups oder in sonstigen Unterstützungsmaßnahmen, die ihm helfen könnten seine Ziele zu erreichen.

Zusammenfassung

  • IST-Zustand herausfinden und der Ursache auf den Grund gehen
  • Optionen durch den Gecoachten erarbeiten
  • Selbstreflektion und Eigenverantwortung des Gecoachten fördern